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Alles für mein Tier 02/17

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Hugo Karner, Leiter der

Hugo Karner, Leiter der Suchhundestaffel Niederösterreich, mit Hund Flinn 365 Tage im Jahr, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr einsatzbereit: die ehrenamtliche Suchhundestaffel vom Roten Kreuz LEBENS - RETTER TlER AUF DER RlCHTlGEN SPUR Die Suchhunde vom Roten Kreuz sind immer einsatzbereit, wenn Menschen vermisst werden. Es ist eingeübte Routine, wenn in der Suchhundestaffel des Roten Kreuzes die Alarmierung über den Notruf 144 in Gang gesetzt wird. Rasch werden Informationen gesammelt und der Ort der Einsatzleitung festgelegt. Das kann – je nach Einsatzort – eine mobile Einsatzleitung sein oder eine Dienststelle des Roten Kreuzes, der Polizei oder der Feuerwehr. Ein Profil der vermissten Person wird erstellt und der Einsatz wird systematisch geplant und durchgeführt. „Besonders im Winter ist der Zeitfaktor enorm wichtig, denn die kalten Nächte können lebensgefährlich für geschwächte oder verletzte Personen sein“, betont Hugo Karner, der seit 20 Jahren Hundeführer beim Roten Kreuz ist und seit Dezember 2016 Landeskommandant der Suchhunde-Teams in Niederösterreich. Helden auf vier Pfoten Die Suchhundestaffel wird immer dann alarmiert, wenn die erste Suche nach einer vermissten Person erfolglos bleibt – etwa wenn jemand nach dem Spaziergang nicht mehr nach Hause kommt oder 22 eine Person aus einem Seniorenheim abgängig ist, aber auch nach Naturkatastrophen oder Hauseinstürzen. Rund um die Uhr ehrenamtlich einsatzbereit „Bei uns arbeiten alle Hundeführer auf Freiwilligenbasis, das heißt, wir üben neben unserer Tätigkeit beim Roten Kreuz ganz normale Berufe aus“, erzählt Karner. Und trotzdem sind die Hundeführer und ihre Suchhunde 365 Tage im Jahr, sieben Tage die Woche und rund um die Uhr einsatzbereit, wenn der Ernstfall eintritt. Durchschnittlich 50 Einsätze werden in Österreich pro Jahr durchgeführt. Rotkreuz-Suchhunde-Staffeln gibt es aktuell in den Bundesländern Niederösterreich, Wien, Burgenland, Steiermark, Oberösterreich, Salzburg und Tirol. Insgesamt sind es 25 Staffeln mit 260 Hunden, rund die Hälfte davon ist fertig ausgebildet. Die meisten Suchhunde gibt es in Niederösterreich mit acht Staffeln und 24 fertig ausgebildeten Suchhunden. Spurlos gibt’s nicht Wenn Menschen sich zu Fuß fortbewegen, verbreiten sie Geruchspartikel. Diese können Hunde mit ihrem feinen Geruchssinn wahrnehmen. Es gibt verschiedene Arten der Suche. Beim Man- Bilder: © RK NÖ/A. Zehetner, RKNOE/Stefan Brada

MENSCH & TIER | COVERSTORY Der feine Geruchssinn der Hunde hat schon vielen Menschen das Leben gerettet. Hundeführer und Hund sind ein eingespieltes Team. trailing nimmt der Hund den Geruch durch einen Geruchsträger – etwa ein Kleidungsstück – auf und folgt der stärksten, also frischesten Spur. Diese Suchart wird vor allem in verbautem Gebiet angewandt. Führt die Spur ins offene Gelände, dann kommen die Flächensuchhunde zum Einsatz. Diese Suche in Wald und Wiese ist besonders anspruchsvoll: Der Flächensuchhund gleicht die vorhandenen Gerüche mit den anwesenden Personen ab und filtert den „neuen Geruch“ heraus. Mit wieder anderen Herausforderungen ist die Trümmersuche verbunden, z. B. nach Hauseinstürzen, Muren oder Erdbeben. Hier konzentriert sich der Suchhund auf Gerüche, die aus den Spalten eingestürzter Mauer- und Deckenteile treten, bei Schlamm- oder Schneelawinen steigt der Geruch langsam nach oben. Wird die vermisste Person gefunden, zeigt der Hund durch Bellen, Scharren, Eindringverhalten oder Ähnliches die verschüttete Person an. Wie wird man Hundeführer? „Bei uns war es so, dass wir 1996 einen Hund in die Familie aufnahmen, einen Hovawart“, erinnert sich Hugo Karner. „Ich wollte mit ihm etwas machen und stieß auf der Suche nach einem Kurs auf die Hundestaffel des Roten Kreuzes in Wiener Neustadt.“ Dort blieb er, wurde ausgebildeter ÖKV-Trainer (Österreichischer Kynologenverband) und 2011 Sieger der Internationalen Staatsmeisterschaft für Rettungshunde. Aktuell bildet Karner den einjährigen Malinois Flinn aus, ein Rassetyp des Belgischen Schäferhundes. Eine gute Nase ist nicht alles Es gibt einige Anforderungen, die ein Suchhund erfüllen muss: Bevorzugt werden Arbeitshunde mit mittlerer Größe und sehr guter Motivation, etwa Retriever- oder Schäferhund-Rassen – sogenannte Gebrauchshunde, zu denen 18 Hunderassen zählen. Sie müssen sehr lernfreudig sein, ein ausgeprägtes Spiel- und Beuteverhalten mitbringen und von sich aus sehr arbeitsmotiviert sein. Das Suchen ist für den Hund immer ein besonders freudiges Erlebnis, denn wenn er die gesuchte Person findet, weiß er sofort: „Jetzt gibt es für mich wieder eine ganz tolle Belohnung.“ DlE PERSONENSUCHE lST FÜR DEN HUND lMMER ElN FREUDlGES ERLEBNlS, DENN BElM TRAlNlNG GlBT’S SPlELE UND LECKERLlS. Schon als Welpe geht’s los Im Welpenalter von acht Wochen startet die Ausbildung, insgesamt dauert sie etwa drei Jahre. Zwei Mal die Woche gibt es ein vier- bis fünfstündiges Fixtraining am Trainingsplatz und im Gelände. Die Abschlussprüfung zur Flächensuche – die auch zumindest eine Nachtsuche beinhaltet – dauert zwei Tage, erst dann dürfen die Vierbeiner beim Ernstfall in den Einsatz gehen. Nach einem Jahr kann der „Mission Readiness Test“ absolviert werden, dann kann der Hund auch bei Trümmersucheinsätzen wie z. B. nach Erdbeben eingesetzt werden. Und in der Freizeit? Da sind die Suchhunde ganz normale Familienhunde, die gerne kuscheln, spielen und spazieren gehen. 23

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