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Fressnapf Friends 04/20

Tierisch informiert

Tierisch informiert Lebendes Fossil Störe leben seit rund 200 Millionen Jahren auf den nördlichen Breiten der Erde. Der Fisch war einmal in den großen Flüssen Europas heimisch. Inzwischen sind alle 27 Arten vom Aussterben bedroht – aber es gibt Hoffnung 1 Urzeitlicher Fisch Der Dinosaurier der Flüsse hat keine Schuppen. Seine glatte, dicke Haut ist durchsetzt mit fünf Knochenplattenreihen. Er besitzt auch keine Zähne. Auffallend sind die vier an der Maulspitze sitzenden Barteln, mit denen der urtümliche Fisch seine Kost „vorschmeckt“, bevor er sie vertilgt. Der größte, je gefangene Stör war ein 7,20 Meter langer Beluga – er wog 1571 Kilogramm. 2 Der friedliche Riese Sein bizarres Aussehen und seine schiere Größe können vielleicht Angst machen. Der bis zu vier Meter lange, grätenlose Fisch ist jedoch ein friedlicher Geselle. Er ernährt sich von Muscheln, Schnecken und kleinen Krebsen. Zum Fressen stülpt er sein Maul nach außen und nimmt seine Nahrung wie ein Staubsauger vom Wassergrund auf. 32

Tierisch informiert 3 Beinahe ausgestorben Meteoriteneinschläge, Kontinentaldrift, Eiszeit – das alles hat er überlebt. Der Europäische Stör könnte bis zu 150 Jahre alt werden. Wenn der Mensch nicht wäre – und sein Appetit auf Kaviar, der aus den Eiern (Rogen) der weiblichen Fische gemacht wird. Der Fang ist inzwischen verboten. Bleiben immer noch die verschmutzten und begradigten Flüsse, die den Flussgiganten keine Laichgründe mehr bieten. Wild Facts 4 Zwischen Fluss und Meer Die meiste Zeit lebt der Stör im Meer. Nur zum Ablaichen macht er sich auf den Weg zu dem Fluss, in dem er geboren wurde. Manche Fische legen dafür eine Strecke von etwa 2000 Kilometern zurück. Zum Laichen eignen sich tiefe, saubere Flüsse mit gerölligem Untergrund und starker Strömung. Bis zu drei Millionen Eier geben die Weibchen dort ab. Weibliche Störe sind erst mit 15 Jahren geschlechtsreif! 5 Kommen sie zurück? Seit Jahren wollen Naturschützer den Stör europaweit wieder ansiedeln. Gezüchtete Jungtiere wurden etwa durch das EU-Projekt „LIFE“ sowie Initiativen des NABU und des Bundesamtes für Naturschutz an der Donau, Oder oder Elbe ausgewildert. Von dort wanderten sie ins Meer. Jede Population wird durch die Gesellschaft zur Rettung des Störs überwacht. Ob die Projekte erfolgreich sind, weiß man erst, wenn sie den Weg zurück zu ihren Laichgründen gefunden haben. Störe sind ausdauernde Schwimmer und ständig in Bewegung. Nur rückwärts schwimmen, das können sie nicht. 33

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