Aufrufe
vor 3 Jahren

Alles für mein Tier 04/17

  • Text
  • Katze
  • Katzen
  • Tier
  • Mensch
  • Sommer
  • Fressnapf
  • Angora
  • Wasser
  • Hund
  • Kira

8 europäische

8 europäische Wildkatze. Ursprünglicher direkter Vorfahre ist die afrikanische Falbkatze Felis silvestris libyca. Ihre Wesenszüge erlaubten am ehesten ein Zusammenleben mit den Menschen. Im Zuge ihrer Domestizierung kam es in den verschiedenen Gebieten in unterschiedlichem Ausmaß zur Verkreuzung mit heimischen Wildkatzenrassen – am Ende dieser langen Familiengeschichte steht unsere moderne Hauskatze. Nützliche Mäusejäger Als die Menschen im Zuge der Sesshaftwerdung mit dem Ackerbau und der Einlagerung von Getreide begannen, zogen auch die Mäuse ein – für die Urahnen unserer Salonlöwen also die perfekte Futterquelle, sozusagen eine prähistorische Variante von Running Sushi. Angewiesen waren sie auf die Zweibeiner jedoch nicht, ihre Unabhängigkeit haben sich Katzen bis heute bewahrt. Darin stehen unsere modernen Miezen ihren Vorfahren in nichts nach. Sternstunden einer Gottheit Das Ansehen der Katze erlebte im Laufe der Geschichte Höhen und Tiefen. Ihr kometenhafter Aufstieg begann mit der kultischen Verehrung im alten Ägypten, die vermutlich auf den Nutzen der Tiere als Mäusejäger zurückzuführen ist. Die Ägypter erhoben die Katze in den Rang einer Gottheit: Bastet wurde in Katzengestalt als Göttin der Fruchtbarkeit, der Freude, des Tanzes, der Musik und der Feste verehrt. Wer eine Katze tötete, wurde hart bestraft, so heilig waren den Ägyptern ihre Katzen. Außerdem war es verboten, die heiligen Tiere außer Landes zu bringen. Die Fellnasen gelangten dennoch nach Griechenland und von dort aus nach ganz Europa, wo ihre Qualitäten als Schädlingsvernichter ebenfalls sehr geschätzt wurden. Im antiken Italien galten Katzen als Luxusgeschöpfe. Bei den Germanen wurde die Katze sogar als mystische Begleiterin der Fruchtbarkeitsgöttin Freya kultisch verehrt. Verfolgt und dämonisiert Waren Katzen im frühen Mittelalter noch gern gesehene Mitbewohner, brachen mit dem Spätmittelalter leider finstere Zeiten an. Die Tiere, insbesondere schwarze Exemplare, wurden dämonisiert und gejagt. Unzählige Katzen wurden zusammen mit vermeintlichen Hexen am Scheiterhaufen verbrannt und gebietsweise fast ausgerottet. Abergläubisches Misstrauen gegenüber Katzen, das vereinzelt auch heute noch anzutreffen ist, geht auf diese Zeit zurück. Glücklicherweise hatten die Fellnasen aber schon damals sieben Leben und überdauerten dank zahlreicher Vermehrung nicht nur dieses dunkle Kapitel, sondern auch jene Zeiten der Jagd, in denen Katzenfelle begehrte Handelsware waren. Es liegen auch Berichte vor, die belegen, dass besonders edle Tiere an europäischen Königshöfen auch als Geschenk dargeboten wurden. Aufstieg zum Lieblingshaustier Mit Beginn der Industriellen Revolution gewann die Katze wieder an Ansehen, denn ab dem 19. Jahrhundert ging es bergauf, wofür unter anderem der Zoologe Alfred Brehm mit seiner Beschreibung der mütterlichen Katzenfürsorge in dem berühmten Werk „Brehms Tierleben“ verantwortlich ist. Die Menschen begannen mit der Züchtung von Katzenrassen und hielten sich die Samtpfoten nicht nur ihres Nutzens wegen, sondern auch zum Vergnügen. Es entwickelte sich sogar eine regelrechte Katzenmanie, 1871 fand die erste Katzenausstellung in London statt. Der Besitz einer Rassekatze war damals noch ein Privileg der oberen Gesellschaftsschichten. Bild: © Nailia Schwarz/Shutterstock.com

MENSCH & TIER | COVERSTORY Heute gibt es ca. 40 anerkannte Rassen, die über internationale Verbände standardisiert werden. Katzenkult hier und dort Die schnurrenden Salonlöwen haben vor allem im asiatischen Raum einen hohen Stellenwert. So gelten beispielsweise die Japaner als besonders katzenverrückt. Nicht nur die Kultfigur Hello Kitty oder die winkende Glückskatze stammen aus dem Land der aufgehenden Sonne, auch die Idee der Katzencafés wurde hier geboren: Das sind ganz normale Kaffeehäuser, wo man zum Cappuccino mal eben auch eine Mieze streicheln kann. Hierzulande gibt es bisher nur in Klagenfurt und Wien ein solches Café. Katzenliebhaber, die eine Backpack-Tour durch Asien machen, sollten unbedingt auf der japanischen Katzeninsel Tashirojima und im Katzentempel in Tokio Halt machen oder der malaysischen Katzenstadt Kuching einen Besuch abstatten. In China und Thailand wird die Katze auch noch als Gottheit verehrt. Überhaupt ist die kultur- und religionsgeschichtliche Bedeutung der Katze beachtlich. Im Islam ist sie positiv besetzt, was vermutlich ebenfalls auf ihre Rolle als Hüterin der Kornkammern zurückgeht. Der Prophet Mohammed hat angeblich einen Ärmel seines Gewandes abgeschnitten, um eine Katze, die darauf schlief, nicht zu stören. So viel Katze im Sprachgebrauch Manchmal erledigt man Aufgaben, die für die Katz waren. Und haben Sie schon mal die Katze aus dem Sack gelassen oder selbige in einem gekauft? Erwacht man nach einer durchzechten Nacht völlig verkatert, hilft nur ein Katerfrühstück, und wenn nicht, kann man es ja mit dem alten Zauberspruch „Dreimal schwarzer Kater“ probieren, um – ja, genau – die Katerstimmung zu beheben. Eine Katzenwäsche sollte aber allemal drin sein. Auf ein Katz-und- Maus-Spiel lässt man sich lieber nicht ein, und wenn sich die Katze in den Schwanz beißt, dann ist man in einen Teufelskreis geraten. Diese Liste ließe sich schier unendlich weiterführen, fest steht, dass die felligen Herzensbrecher auch in unserem Sprachgebrauch in alltäglichen Redewendungen einen fixen Platz erobert haben. Therapeutin auf vier Pfoten Dass Katzen gut für uns Menschen sind, ist mehrfach wissenschaftlich bewiesen. Ihre Gegenwart senkt den Blutdruck, das Schnurren mit einer Frequenz von ca. 25 Hertz lässt Knochenbrüche schneller heilen. Bei Bauchschmerzen legt man sich am besten eine Katze auf (wenn sie will) – die Wärme wirkt krampflösend. Katzenliebhaber wussten es ja schon immer: Die kuscheligen Hauspumas machen glücklich und gesund. DAS BRAUCHT DlE KATZE ZUM GLÜCKLlCHSElN ERNÄHRUNG: Die Ernährung ist die wichtigste Grundlage für eine gesunde Katze. Ganz wichtig: Zugang zu täglich frischem Trinkwasser. WElTSlCHT: Für Freigänger eine Selbstverständlichkeit, aber auch für Salonlöwen notwendig: An einem gesicherten Fenster oder Balkon lässt sich die Welt entdecken. LlEBE: Artgerechte Haltung und tierärztliche Vorsorge sind nicht genug – die Samtpfoten benötigen nämlich auch ganz viele Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit von Frauchen und Herrchen. BESCHÄFTlGUNG: Ob Freigänger oder in der Wohnung: Katzen brauchen Unterhaltung. Mit der Katze zu spielen sorgt für eine zufriedene Mieze und stärkt die Mensch-Tier-Bindung. BEWEGUNG: Ein Kratzbaum für Wohnungskatzen ist ein absolutes Muss. Je mehr Möglichkeiten zum Toben und Klettern die Katze hat, desto gesünder ist sie. 9

Fressnapf Prints