Aufrufe
vor 3 Jahren

Alles für mein Tier 06/17

  • Text
  • Hund
  • Hunde
  • Tier
  • Tiere
  • Mensch
  • Fressnapf
  • Pfoten
  • Hansi
  • Katzen
  • Ballen
  • Www.fressnapf.at

MENSCH & TIER |

MENSCH & TIER | RASSEPORTRÄT Augen können unabhängig voneinander bewegt werden. Zeichnung und Färbung: variiert je nach Herkunftsgebiet und geschlecht. MlNlDRACHE AUS DEM FARBTOPF Kulleraugen, Ringelschwanz, Schleuderzunge und kunterbunt: Das Pantherchamäleon bringt Farbe ins Leben. Kaum ein anderes Tier in der Natur wurde derart farbenprächtig ausgestattet wie das Pantherchamäleon. Als Terrarientiere erfreuen sich diese knalligen Exoten immer größerer Beliebtheit. In der Haltung sind sie jedoch, wie sämtliche Chamäleonarten, sehr anspruchsvoll und bedürfen gewissenhafter Pflege. Farbenfroher Buschbewohner aus Madagaskar Chamäleons gehören zur Familie der Leguane. Heute sind bis zu 160 Arten bekannt. Die farbenprächtigen Pantherchamäleons stammen ursprünglich von der Nord- und Ostküste Madagaskars. Dort findet man diese Echsen in Tieflandregenwäldern und Bergnebelwäldern oder sogar in Siedlungsnähe. Sie halten sich vorzugsweise in Büschen mit dickeren Ästen auf, worauf sie gut klettern können. Eine Besonderheit ist, dass 28 die Tiere je nach Herkunftsgebiet sogar regional unterschiedliche Färbungen aufweisen. Integriertes Stimmungsbarometer Doch die Liste der skurrilen Eigenheiten des Pantherchamäleons ist lang. Das Gerücht, sie könnten die Farben der jeweiligen Umgebung annehmen und so „unsichtbar“ werden, hält sich hartnäckig. Tatsächlich dient der Farbwechsel der Kommunikation der Tiere untereinander, sie drücken so ihre Stimmung aus und nutzen in freier Natur am Morgen zum Beispiel dunklere Farben, um sich aufzuwärmen. Unterschiedliche Farbkomponenten verschieben sich aufgrund von Signalen des Nervensystems – so entstehen spektakuläre Farbenspiele, die Tiere zeigen so zum Beispiel Paarungsbereitschaft oder Schwangerschaft an. Das Spektrum ist dabei beschränkt – sie können nicht jede beliebige Farbe annehmen. Bilder: © Jan Bures/Shutterstock.com

Nach hinten abfallender Kamm mit KLEINEN, stacheligen Schuppen. MENSCH & TIER | RASSEPORTRÄT Körperlänge (inkl. Schwanz), Männchen: bis zu 55 CM, WEIBCHEN: bis zu 35 CM. Top ausgestattet Mit ihrer Schleuderzunge, die übrigens so lang wie das Chamäleon selbst sein kann, fangen sie Insekten. Die Augen können unabhängig voneinander bewegt werden, die Tiere verfügen damit über ein Sichtfeld von 342 Grad, außerdem haben sie einen sehr ausgeprägten Sehsinn. So haben sie ihr Umfeld perfekt im Blick und können potenzielle Beute oder andere Tiere ins Visier nehmen. Die Füße funktionieren wie Greifzangen, mit denen sich das Pantherchamäleon gut festhalten kann. Für noch besseren Halt wickeln sie ihren Schwanz um die Äste. Anspruchsvoll in der Pflege, nichts für Anfänger Die bunten Echsen sind sehr empfindliche Tiere und brauchen einen Halter mit Erfahrung in der Reptilienhaltung. Sie benötigen ein großes Terrarium (Mindestgrundfläche 0,8 qm, Mindesthöhe 1 Meter lt. österreichischem Tierschutzgesetz, besser aber mehr Platz) mit vielen Klettermöglichkeiten, spezieller Beleuchtung mit ausreichend hoher UV-Licht-Intensität und Frischluftzufuhr. Tagsüber sollte die Temperatur 26 bis 28 Grad, nachts 18 bis 22 Grad betragen. Die Tiere haben im Winter ein geringeres Aktivitätslevel und brauchen es daher etwas kühler. Das Terrarium muss regelmäßig befeuchtet werden, die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60 und 90 Prozent betragen. Außerdem benötigen sie eine Sonneninsel mit ca. 35 Grad zum Aufheizen. Gut informieren Die Tiere sind Einzelgänger, Paarhaltungen können mitunter schwierig sein. Bei Männchen sollte man dafür sorgen, dass sie sich nicht selbst in Glasflächen sehen können, da sie in ihrem Spiegelbild einen Rivalen wahrnehmen und so permanentem Stress ausgesetzt sind. Hinsichtlich Ernährung und Wasserversorgung haben die Tiere besondere Ansprüche. Daneben gibt es noch viele weitere Aspekte, die beachtet werden müssen, damit die Minidrachen lange gesund bleiben und sich wohlfühlen. Eine ausführliche und umfangreiche Information ist also unbedingt notwendig, bevor man sich diese farbenfrohen Tiere anschafft. Sie können im Terrarium bis zu sechs Jahre alt werden. 29

Fressnapf Prints