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Alles für mein Tier 06/17

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6 Bild: © Hein Nouwens/Vector.com, ventdusud/Shutterstock.com

MENSCH & TIER | COVERSTORY Lukas Pratschker Supertalent 2013 und Fressnapf-Hundeexperte WlE HUNDE UNS lNTERPRETlEREN Klartext ist gefragt: Mensch und Tier kommunizieren oft aneinander vorbei. Doch das Verhalten von Hundebesitzern beeinflusst den Hund maßgeblich. J eder Hundebesitzer träumt davon, dass sein Vierbeiner brav und gehorsam ist. Jedoch ist das nicht immer die Realität, und diese Tatsache erzeugt oftmals Frust bei Mensch und Hund. Dass wir oft Dinge anders interpretieren als unsere Hunde und widersprüchliche Signale aussenden, ist dabei ein großer Störfaktor. Es gilt, die Kommunikation auf den Ebenen der Gefühlswelt und der Körpersprache so zu nutzen, dass wir auch wirklich das machen, was wir meinen. Herrchen und Frauchen unter Beobachtung Schon kurz nach dem Einzug eines Hundes in sein neues Zuhause hat er sich zurechtgefunden. Nicht nur räumlich, sondern auch im Sinne der Sozialstruktur. Hunde erkennen in Windeseile ihre Bezugsperson und auch deren Art der Kommunikation. Dabei achten die Vierbeiner auf jedes kleinste Detail: von der groben Körpersprache, die der Mensch durch seinen Oberkörper verdeutlicht, bis hin zu kleinen Gesten wie etwa Augenbewegungen, die genauestens gescannt und gelernt werden. Ein grundlegendes Kommunikationsproblem entsteht jedoch schon in den ersten Tagen des Zusammenlebens. Wenn der Hund nicht macht, was wir wollen Unsere Philosophie bezüglich Hundehaltung und Erziehung sieht in der Regel so aus, dass wir gerne Kommandos geben möchten, auf die der Hund hören soll. Dabei vergessen wir aber allzu oft, dass unsere Hunde, anders als wir, eigentlich nur über ihre Körpersprache kommunizieren. Durch die verbale Kommunikation mit dem Hund beginnen wir in vielen Fällen unsere Erziehung eigentlich genau verkehrt und lehren das Tier, dass es nicht wichtig ist, auf die Körpersprache des Menschen zu achten. Das passiert oftmals ganz unbewusst. Wie jedes Säugetier hat auch der Hund nur ein Ziel: zu überleben. Ein Lerngesetz der Natur besagt, dass nur diejenigen, die optimal darüber entscheiden, wann es gilt, Energie zu verwenden, überleben. Einfach interpretiert: Wenn der Hund merkt, er gewinnt durch Beachtung unserer körpersprachlichen Signale keinen Vorteil, so lernt er, diese zu ignorieren. HUNDE ACHTEN AUF JEDES DETAlL DER KÖRPERSPRACHE lHRER BESlTZER, BlS HlN ZU DEN KLElNSTEN AUGENBEWEGUNGEN. Erziehungsmethode „Leckerli“ ist nicht genug Dass Hunde nicht wirklich nachhaltig beziehungsweise schnell und effizient lernen, wenn man ihnen lediglich ein Leckerli vor die Hundenase hält, um sie so dazu zu bringen, neben einem zu gehen, hat sich im modernen Hundetraining bereits herumgesprochen. Wie wichtig die körpersprachlichen Aspekte sind, jedoch noch nicht. In meiner Hundeschule erlebe ich häufig, dass Menschen ganz etwas anderes von ihrem Hund verlangen, als sie gerade zeigen. Ein Paradebeispiel ist dabei der Rückruf. Stellen Sie sich vor, Bello schnüffelt auf der Wiese und macht das, was 7

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