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Fressnapf Friends 02/20

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Jeder kennt sie: Zecken,

Jeder kennt sie: Zecken, die blutsaugenden Plagegeister, die unsere Hunde und Katzen befallen. Dabei sind sie nicht nur lästig, sondern können schwerwiegende Krankheiten übertragen. Wir nehmen die Spinnentiere unter die Lupe und stellen die besten Tipps zum Schutz Ihres Lieblings vor. Was kreucht denn da? Zecken sind Spinnentiere, die vier Stadien durchlaufen: vom Ei über die Larve, die Nymphe bis hin zum erwachsenen Tier. Bereits die winzigen, schwarzen Nymphen saugen Blut und häuten sich anschließend zur erwachsenen Zecke. Vor allem Weibchen ernähren sich von Blut, um Eier entwickeln zu können. Nach der Mahlzeit lassen sie sich vom Wirt fallen, legen Hunderte bis Tausende Eier und sterben. Wenn die Zecke mit Bakterien oder Parasiten infiziert ist, wird der Zeckenstich gefährlich für Hund, Katze oder Mensch. Der Zeckenspeichel gelangt in die Wunde – hauptsächlich, weil die Mahlzeit so lange dauert (24 bis 48 Stunden) – und infiziert den Wirt. Juckreiz und Schwellungen sind erste Folgen, manche Tiere reagieren sogar allergisch. Risikogebiete und Saison Zecken lieben es frisch und feucht. Ihre Wohlfühltemperatur liegt zwischen 10 und 25 Grad. Lange Trockenheitsperioden sind ihnen ein Graus. Ihre Titelthema KLEINE ZECKEN- KUNDE Gemeiner Holzbock Er ist die bekannteste Zecke und bevorzugt als Wirt neben Wild- und Haustieren auch den Menschen. Auwaldzecke Früher gab es sie nur in Süd- und Osteuropa. Inzwischen ist sie auch in Nordeuropa heimisch. Igelzecke Meist hält sie sich in den Nestern ihrer Wirte auf. Sie befällt reine Fleischfresser, selten Menschen. Schafzecke Sie befällt am häufigsten Schafe, aber auch Hunde und Katzen. Sie gilt als Überträger des Q-Fiebers. Braune Hundezecke Im gesamten Mittelmeerraum verbreitet bis Tirol. Die Jagd- und Laufzecke geht aktiv auf den Wirt zu. AHA! Stich oder Biss? Während im allge meinen Sprachgebrauch oft von Zeckenbiss die Rede ist, wird in der Fachliteratur meist der Begriff „Zeckenstich“ verwendet. Denn Zecken entnehmen, nachdem sie sich festgebissen haben, mit ihrem Stechrüssel das Blut von Mensch und Tier durch Saugen. Hoch saison ist zwischen März und Oktober, doch darauf sollte man sich nicht verlassen, denn auch im Herbst und Winter kann es Zecken geben. Das heruntergefallene Laub bietet ihnen ein günstiges Feuchtereservoir. Studien weisen sogar darauf hin, dass Zecken, die Krankheitserreger in sich tragen, Kälte und Hitze besser weg stecken. So ist sowohl in sehr kalten als auch in warmen, trockenen Monaten der Anteil an infizierten Zecken höher. Offizielle Risikogebiete gibt es übrigens nicht. Die Auwaldzecke, die 21

Titelthema Borreliose übertragen kann, ist zwar in Süddeutschland besonders verbreitet, aber auch in anderen Landesteilen aktiv. Welche Krankheiten über tragen Zecken? Unsere heimischen Zecken übertragen vor allen Dingen vier Krankheiten: Lyme­ Borreliose, Anaplasmose, Babesiose (Hunde­ Malaria) und Ehrlichiose. Es sind alles Erkrankungen, die mit sehr ernsten Symptomen einhergehen können. Wenn Ihr Hund schlapp oder fiebrig ist, suchen Sie Ihren Tierarzt auf. Oder noch Mythen rund um die Zecke Kokos- und Schwarzkümmelöl haben eine gewisse abstoßende Wirkung auf Zecken, halten sie aber letztlich nicht verlässlich fern. Knoblauch sollte, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen gegeben werden, da dieser in großen Mengen giftig für Hund und Katze sein kann. besser: Schützen Sie Ihre Lieblinge. Oberste Prophylaxe-Regel ist das schnelle Entfernen von Zecken in Verbindung mit Parasiten abtötenden Präparaten. Die Übertra gungs zeiten von Erregern sind unterschiedlich – im Mittel etwa 24 Stunden. Suchen Sie Ihre Vierbeiner nach dem Spaziergang oder Freigang ab. Zecken suchen übrigens die dünnhäutigen, gefäßreichen Stellen an Kopf, Hals, Schultern und Achseln besonders gern auf. Was können Sie tun? Als Antiparasitika stehen Ihnen Spot-on­ Präparate, Halsbänder oder Sprays zur Verfügung. Spot-ons verbinden einen Repellenteffekt, der Parasiten abstößt, mit einer abtötenden Wirkung. Sie werden direkt auf die Haut im Nacken geträufelt und der Wirkstoff verteilt sich im ganzen Körper in der obersten Hautschicht. Vorsicht: Manche Präparate für Hunde sind für Katzen hochgiftig! Ver wenden Sie die Präparate immer wie vorgeschrieben. Halsbänder geben ihren Wirkstoff kontinuierlich ab. In seltenen Fällen kann es zu einer Reizung der Halspartie kommen. In Gewässern mit Fischbesatz darf mit diesen Halsbändern nicht gebadet werden, der Wirkstoff ist für Fische giftig. Seit einigen Jahren gibt es auch Zecken- und Flohschutz in Tablettenform. Ihre Wirkung hält circa drei Monate an und sie werden ausschließlich in Tierarzt praxen abgegeben. Gegen Borreliose und Babesiose werden für Hunde Impfstoffe angeboten, die einen begrenzten Schutz bieten oder wenigstens den Krankheitsverlauf mildern. 22

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