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Fressnapf Friends 02/22

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Alles nur Aberglaube

Alles nur Aberglaube Schwarze Hunde und Katzen haben ein Imageproblem: Landen sie im Tierheim, müssen sie – aufgrund von Vorurteilen – viel länger auf ein liebevolles Zuhause warten Es ist eine Gewissheit, die einfach nur traurig ist: Tiere mit schwarzem Fell müssen deutlich länger auf eine Adoption warten als andersfarbige. Der Charakter spielt meist dabei keine Rolle. Vor allem große schwarze Hunde haben es erfahrungsgemäß schwer. In den USA hat man für dieses Phänomen einen Namen: Black Dog Syndrome. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie unsinnig. e. andersfarbige. Ängstliche Menschen wechseln die Straßenseite, wenn ihnen einer begegnet. Dabei hat die Fellfarbe keinerlei Einfluss auf den Charakter. Auch schwarze Katzen kämpfen gegen diese Vorurteile: Ist dir heute schon eine schwarze Mieze über den Weg gelaufen? Hoffentlich von rechts. Andernfalls drohen Tod und Trauer – so heißt es im Volksmund. Psychologen der Penn State University (USA) haben untersucht, wie die Fellfarbe des Tieres das Verhältnis zum Menschen beeinflussen kann. Sie zeigten ihren Probanden Fotos von Hunden und Vorurteile und Aberglauben Viele Menschen verbinden die Farbe Schwarz mit Tod und Trauer und wollen sich im Alltag mit ihr nicht umgeben. Auch in Literatur und Filmen kommen schwarze Tiere nicht gut weg. Viele Menschen sind der Ansicht, schwarze Hunde seien gefährlicher und verhalten sich aggressiver als 48

Katzen in den Farben Schwarz, Braun bis Weiß und Orange. Die Forscher baten um eine spontane Einschätzung zum Charakter der Tiere. Die Skala reichte von „freundlich-verschmust“ bis „aggressiv-gefährlich“. Das Ergebnis des Experiments: Je dunkler die Fellfarbe, desto negativer fiel die Beurteilung aus. Eine Chance geben In Japan werden schwarze Hunde ausgesetzt, weil sie nicht so instagramtauglich sind. Schwarze Hunde sind tatsächlich nicht leicht zu fotografieren, weil sich die Augen wenig abheben. Ein weiterer Nachteil, wenn sich Tierfreunde auf der Suche nach einem vierbeinigen Gefährten durch die Galerien der Tierheime klicken. Helle Farben kommen auf Fotos besser zur Geltung. Und im Tierheim, wo die Mehrheit der Heim-Insassen schwarz ist, fallen andersfarbige eher auf. Um sich in eine Fellnase zu verlieben, muss man sie erst einmal wahrnehmen. Es wäre gut, wenn mehr Menschen schwarzen Tieren eine Chance geben würden. Die drei meistgestellten Fragen Warum haben es schwarze Hunde und Katzen im Tierheim schwerer, vermittelt zu werden? Aberglauben und Vorurteile spielen eine große Rolle – insbesondere bei schwarzen Katzen, die mit Hexen oder dem Teufel in Verbindung gebracht werden und Unglück bringen sollen. Manche Menschen vermuten irrtümlich, dass dunkle Hunde gefährlicher oder aggressiver seien. Hinzu kommt, dass Laien die Mimik von schwarzen Tieren aus der Entfernung eventuell schlechter erkennen oder deuten können, da in dem schwarzen Fellknäuel oft nur die Augen zu sehen sind. Gibt es irgendeinen Zusammenhang zwischen Fellfarbe und Charakter eines Tieres? Nein, die Fellfarbe sagt absolut nichts über den Charakter aus. Genauso wenig, wie unsere eigene Haarfarbe etwas mit unserer Persönlichkeit zu tun hat. Schwarze Tiere können genauso zutraulich, verspielt und wunderbar sein wie jedes andere Tier auch! Die Vorurteile und Ängste existieren allein in den Köpfen der Menschen. Wie kann man gegen den Irrsin auf Bezug von schwarzen Tieren angehen? Gebt schwarzen Tieren die gleiche Chance wie ihren andersfarbigen Artgenossen! Jedes Tier hat seine eigene, liebenswerte Persönlichkeit. Die Fellfarbe ist nur ein äußeres Merkmal und im Grunde völlig irrelevant. Werft Vorurteile und Aberglauben über Bord! Der französische Schriftsteller Max O’Rell hat es einst schon gut erfasst: „Ob eine schwarze Katze Glück oder Unglück bringt, hängt davon ab, ob man eine Maus oder ein Mensch ist.“ 49

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